ICH KAUFTE MIR EIN FREUDENHAUS UND MACHTE EIN KLEINES KINO DRAUS
Herzlich willkommen in einem Kino der ganz besonderen Art!
Na ja, zumindest hoffe ich das eines Tages sagen zu können. Und bevor Sie überhaupt fragen, was denn ein Freudenhaus mit einem Kino zu tun hat, will ich gleich antworten: Sowohl ins Kino als auch ins Bordell geht man doch, um sich für eine Weile schönen Illusionen hinzugeben und seine Phantasien anzuregen oder auszuleben. In beiden Etablissements muss man etwas dafür zahlen und in beiden Häusern ist die Beleuchtung recht spärlich. Ein paar kleine Unterschiede gibt es natürlich auch, z.B. sind die Kinopreise (noch) etwas günstiger als der Eintritt in eine Peep Show, doch das liegt wohl vor allem daran, dass man sich das Vergnügen im Freudenhaus nicht mit anderen gleichzeitig teilen muss. Doch dafür dauert ein Kinofilm meist länger als der Besuch im Freudenhaus.
Ich hatte schon immer eine besondere Vorliebe für Kurzfilme und war ständig auf der Suche nach Veranstaltungen, in denen diese künstlerisch sehr wertvollen Filme gezeigt wurden. Denn auch ich drehe schon seit vielen Jahren meine eigenen Amateurfilme, habe es damit bisher jedoch noch nie auf ein Filmfest und schon gar nicht ins Kino geschafft.
Als vor ein paar Monaten das alte Bordell in meiner Straße geschlossen hatte, fing ich also an zu träumen, es wäre doch wunderbar, könnte ich daraus mein eigenes kleines Kino für Kurzfilme machen. Ein paar kleine und größere bauliche Veränderungen wären dazu natürlich notwendig, doch im Großen und Ganzen sind die Räumlichkeiten bestimmt perfekt für meinen Traum: kleine gemütliche Räume, in denen man sich auch im kleinen Kreis oder allein mal ein kurzes Kinovergnügen gönnen kann. Die Idee ist, dass es, wenn es einmal wirklich soweit kommen sollte, für die einzelnen Filmvorführungen es keine festen Zeiten oder Spielpläne gibt, sondern das Publikum sich, wann es möchte einen Kurzfilm aussuchen kann. Auch eigene sollen mitgebracht werden, damit sich jeder mal wie ein großer Regisseut fühlen kann. Der Traum ist also ein kleines, privates Kino mit kleinen Sälen für Kurzfilme aus eigener und aus fremder Produktion… wir werden sehen, ob er sich eines Tages erfüllt.
In meiner momentanen Kurzfilmsammlung habe ich über 100 Filme zusammengetragen. Dazu kommen eigene Aufnahmen, die bisher nur meine Freunde und Bekannte sehen konnten. Was sich außer Kurzfilmen sonst noch so in meinem Freudenhaus-Kopf-Kino abspielt, ob der Traum voran geht oder nicht und was mein Leben sonst noch so zu bieten hat, werdet ihr hier erfahren.